Allerdings könne es auch Ausnahmen geben, wenn der Veranstalter der Online-Sportwetten von den zuständigen deutschen Behörden präzise, unmissverständlich, nicht an Bedingungen
Welche Glücksspiele im Internet sind in Deutschland erlaubt?
"Das wird jetzt eine kritische Situation für Veranstalter", sagt Dünchheim. Die Rückforderungssummen seien zuweilen nicht unerheblich, vor allem weil es eine große Zahl an Klagen gebe. Die könnte sogar noch größer werden: Laut Rechtsanwalt István Cocron, der zahlreiche Verfahren auf Spielerseite betreut hat, klagte bisher nur ein Bruchteil der betroffenen Spieler. "Diese Verfahren werden in Deutschland seit über fünf Jahren geführt, als erstes Gericht hatte das Landgericht Gießen zugunsten des Spielers entschieden", sagt Rechtsanwalt Steffen Liebl von CLLB aus München gegenüber LTO. "Nach der Vorlage aus Malta an den EuGH hatten der Bundesgerichtshof und auch viele vorgelagerte Gerichte ihre Verfahren ausgesetzt – dieser Aussetzungsgrund ist mit der EuGH-Entscheidung jetzt weggefallen", so Liebl.
Branchenanalyse: Rechtliche Unsicherheit und regulatorische Weichenstellungen am Ende des vierten Jahres des GlüStV 2021
Er betont allerdings, dass diese EuGH-Entscheidung nur die Online-Casino-Spiele betreffe. Daneben gibt es auch noch andere Arten von Glücksspiel im Internet. Zu Sportwetten hat etwa der Bundesgerichtshof eine Vorlage an den EuGH gerichtet, dabei geht es um eine Klage gegen den Sportwetten-Anbieter Tipico. Über diese Vorlage hat der EuGH noch nicht entschieden. Die sogenannten Casino-Fälle sind auch immer wieder ein Fall in den Examensklausuren.
I: Grundsätzlich ist deutsche Erlaubnis erforderlich
Interessierte finden hier eine LTO-Aufbereitung dieser Sachverhalte mit Fokus auf die erwartbaren rechtlichen Probleme. Das maltesische Gericht muss die EuGH-Vorgaben nun bei seinem Urteil im konkreten Fall berücksichtigen. In: Legal Tribune Online, 16.04.2026 , (abgerufen am: 30.05.2026 ) Tipico und andere Anbieter von Online-Sportwetten können zur Rückzahlung von Verlusten verpflichtet sein, wenn sie nicht über die erforderliche Genehmigung verfügen. Das hat EuGH-Generalanwalt Nicholas bet sportwetten ohne lugas legal Emiliou in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 deutlich gemacht. geknüpfte und einheitliche Zusicherungen erhalten hat, dass er die Konzessionsauflage nicht durchsetzen müsse, und er auf dieser Grundlage seine Tätigkeiten angeboten hat.
| Art des Verfahrens | Auslöser | Typischer Kläger / Vorlagegericht | Beispielsfall |
|---|---|---|---|
| Vorabentscheidungsersuchen | Nationales Gericht ist unsicher über EU-Rechtsauslegung. | Nationales Gericht (z.B. Bundesverwaltungsgericht DE) | C-124/20 (Bundesverband der Lotterieunternehmer) |
| Vertragsverletzungsverfahren | EU-Kommission sieht Verstoß gegen EU-Verträge. | Europäische Kommission | Verfahren gegen Niederlande, Griechenland (2011) |
| Nichtigkeitsklage | Anfechtung von EU-Rechtsakten. | Betroffener Unternehmen oder Mitgliedstaat | (Seltener im Glücksspielbereich) |
| Schadensersatzklage | Staatshaftung wegen rechtswidriger nationaler Regelung. | Geschädigter privater Anbieter | Nationale Verfahren nach EuGH-Grundsatzurteilen |
Rechtsanwalt Sittner: „Dann hätte der Spieler zwar keinen Rückzahlungsanspruch gegen den Anbieter.
| Thema / Trend | Aktuelle EuGH-Position (Stand 2025/26) | Offene Rechtsfrage | Praktische Auswirkung |
|---|---|---|---|
| Verhältnismäßigkeit von Werbebeschränkungen | Totale Werbeverbote für legale Anbieter sind problematisch (C-124/20). | Wo liegt die Grenze zwischen legitimer Eindämmung und unzulässiger Marktabschottung? | Nationale Gesetzgeber müssen differenzierte Werberegeln finden. |
| Beweislast für Wirksamkeit eines Monopols | Mitgliedstaat muss nachweisen, dass Monopol Ziele effektiver erreicht als Regulierung (C-336/23). | Welche empirischen Daten sind für diesen Nachweis erforderlich? | Erhöhter Druck auf Monopolbetreiber, ihre Leistung zu evaluieren und zu belegen. |
| Umgang mit "Grauzonen"-Produkten | EuGH hat sich zu Skill Games, Fantasy Sports etc. noch nicht grundsätzlich geäußert. | Fallen diese Produkte unter Glücksspielregulierung und damit unter EU-Grundfreiheiten? | Rechtliche Unsicherheit für Anbieter innovativer Formate. |
| Durchsetzung gegenüber Drittstaaten | Zuständigkeit liegt primär bei Mitgliedstaaten; EU-Recht gilt für innergemeinschaftlichen Verkehr. | Wie kann wirksam gegen unregulierte Anbieter aus Drittstaaten vorgegangen werden? | Fokus auf Zahlungsblockaden und Zugangssperren (ISP-Blocking). |
Der Generalanwalt stellte aber auch klar, dass eine solche Ausnahme nur unter engen Voraussetzungen möglich ist.
BGH-Hinweisbeschlüsse: Diese gibt es bei Online-Sportwetten
Er führte aus, dass ein Veranstalter von Online-Sportwetten, der seine Dienstleistung in Deutschland anbietet, ohne im Besitz der erforderlichen Genehmigung zu sein, zur Rückerstattung der Wetteinsätze verpflichtet sein kann. Ein EU-Mitgliedsstaat könne für das Veranstalten von Online-Glücksspielen eine Konzession verlangen, wenn dies mit der im Unionsrecht garantierten Dienstleistungsfreiheit vereinbar ist. Dies sei bei dem deutschen Verbot von Online-Glücksspielen ohne gültige Lizenz der Fall. Das könne dann auch zur Folge haben, dass ein Veranstalter, der seine Online-Sportwetten ohne die erforderliche Erlaubnis anbietet, den Spielern die Verluste erstatten muss. Diese Folge sei im Hinblick auf das angestrebte Ziel des Verbraucherschutzes grundsätzlich verhältnismäßig, so der Generalanwalt. So könne sich der Veranstalter nicht darauf berufen, dass das Konzessionsvergabeverfahren nicht ordnungsgemäß durchgeführt worden war, und er deshalb quasi im Wege der „Selbsthilfe“ die Online-Sportwetten ohne die erforderliche Lizenz angeboten hat.
- EuGH-Entscheidung zur Werbung für Sportwetten (Rs. C-390/12)
- Pauschales Werbeverbot kann gegen EU-Recht verstoßen
- Werbebeschränkungen müssen spezifisch und zielgerichtet sein
- Verhältnismäßigkeit der Werbeverbote ist stets zu prüfen
„Die Schlussanträge des Generalanwalts bestätigen, dass Spieler Ansprüche auf Rückerstattung von Verlusten gegen Anbieter ohne deutsche Lizenz grundsätzlich durchsetzen können und dieses Recht nicht pauschal von dem Recht auf Dienstleistungsfreiheit in der EU ausgeschlossen wird. Auch wenn die Schlussanträge für den EuGH nicht bindend sind, zeichnet sich ab, dass Spieler ihre Verluste von den Anbietern zurückfordern können“, so Rechtsanwalt Sittner.
- Notwendigkeit eines tatsächlichen und wirksamen Kampfes gegen Spielsucht
- Verbot von Werbung als mögliche unverhältnismäßige Beschränkung
- Kriterien für eine konsequente und systematische Einschränkung des Angebots
- Nationale Behörden müssen ihre Maßnahmen begründen
Dieser Artikel beleuchtet die aktuelle Situation am deutschen Glücksspielmarkt Ende 2025 und gibt einen detaillierten Ausblick auf die regulatorischen und juristischen Meilensteine des kommenden Jahres.
Das wichtigste in Kürze
Außerdem seien Klagen rechtsmissbräuchlich, weil Spieler wissentlich Anbieter mit maltesischer Lizenz genutzt hätten. Mit entsprechenden Fragen wandte sich das maltesische Gericht nach Luxemburg. Der EuGH erteilte der Argumentation eine Absage: Zum Schutz von Verbraucherinnen und Verbrauchern sowie zur Bekämpfung von Schwarzmärkten dürften Mitgliedsstaaten die europarechtliche Dienstleistungsfreiheit beschränken. Auch dass das generelle Verbot in Deutschland 2021 ersetzt wurde und Online-Glücksspiele seitdem mit behördlicher Genehmigung erlaubt seien, ändere nichts daran. Eine Entscheidung im konkreten Fall sind die EuGH-Vorgaben allerdings nicht.
Was bedeuten die aktuellen Schlussanträge im Tipico-Verfahren am EuGH für mich?
Das maltesische Gericht muss sie bei seinem Urteil berücksichtigen. Signalwirkung haben die EuGH-Aussagen aber auch für zahlreiche Verfahren in Deutschland. Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte ein ähnlich gelagertes Verfahren bis zur Klärung des Falls vor dem EuGH ausgesetzt. Laut dem Rechtsanwalt Thomas Dünchheim, einem Experten für Glücksspielrecht, ist die Erfolgsquote bei Klagen gegen Anbieter, die in Deutschland über keine Lizenz verfügten, bisher recht hoch. "In der Sache geht es um viel", so Dünchheim.
IV: Ausnahmen
Wegen der zuweilen nicht unerheblichen Rückforderungssummen gebe es hohe finanzielle Risiken, vor allem für die Veranstalter. Glücklose Zocker können auf Rückzahlungen hoffen: Der Europäische Gerichtshof stärkt ihre Position gegenüber Anbietern von Online-Casino-Spielen ohne Lizenz im Heimatland. Das betrifft auch viele Verfahren in Deutschland. Nach einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) können Spieler von Online-Casino-Spielen auf die Erstattung von verlorenen Einsätzen bei unerlaubten Online-Glücksspielen hoffen. Europäisches Recht spreche weder gegen nationale Glücksspiel-Verbote noch gegen Rückerstattungsklagen von Verbrauchern gegen Anbieter aus anderen Mitgliedstaaten, entschieden die Richter in Luxemburg (Urt. Der deutsche Glücksspielmarkt befindet sich am Ende des Jahres 2025 in einer paradoxen Situation.
| Rechtssache | Jahr | Kernaussage | Betroffener Mitgliedstaat |
|---|---|---|---|
| C-336/23 (Liga Nacional de Fútbol Profesional) | 2025 | Staatliches Monopol zur Bekämpfung von Sucht zulässig, muss aber verhältnismäßig sein. | Spanien |
| C-124/20 (Bundesverband der Lotterieunternehmer) | 2023 | Deutsches Glücksspielstaatsvertrag muss kohärente und konsequente Kontrolle des gesamten Sektors gewährleisten. | Deutschland |
| C-49/18 (Englott) | 2020 | Monopol kann gerechtfertigt sein, muss aber effektiv gegen Schwarzmarkt vorgehen. | Österreich |
| C-316/07, C-358/07 bis C-360/07 (Markus Stoß u.a.) | 2010 | Erstmalige Anerkennung, dass Suchtbekämpfung ein zwingendes Gemeinwohlziel sein kann. | Deutschland |
Während die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) ihre operativen Strukturen in Halle (Saale) gefestigt hat und die Zahl der lizenzierten Anbieter stabil bleibt, ist die Branche juristisch in eine Phase des Wartens eingetreten.
Rechtliche Hintergründe: Wann Sportwetten-Verträge unwirksam sind
Bei Gerichten gibt es Tausende laufende Verfahren zu Rückforderungen, auch in Deutschland. Die Entscheidung betrifft Anbieter von Online-Casino-Wetten. Anlass des Urteils war der Fall eines Spielers aus Deutschland. Der Mann hatte zwischen Juni 2019 und Juli 2021 bei zwei maltesischen Online-Glücksspielanbietern mehrere Einsätze bei virtuellen Automatenspielen und Wetten auf Lotterieziehungen verloren. Damals waren in Deutschland Glücksspiele im Netz generell verboten.
Verluste bei Pokerstars – Spieler hat Anspruch auf Rückzahlung
Viele Verbraucher zockten deswegen auf Webseiten von Anbietern mit Lizenzen im Ausland, oft solchen aus Malta. Der Spieler in diesem Fall forderte die Verluste wegen der fehlenden Erlaubnis in Deutschland zurück. Die beklagten Unternehmen wandten ein, dass die deutsche Verbotsregelung gegen die EU-Dienstleistungsfreiheit (Art. 56 Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV)) verstoße und eine Lizenz aus Malta auch in Deutschland anzuerkennen sei. Mit entsprechenden Fragen wandte sich das maltesische Gericht anschließend nach Luxemburg.
Spielsüchtige erzählen, wie sie ihr Vermögen verzockt haben
Der EuGH erteilte der Argumentation der Unternehmen aber eine Absage: Zum Schutz von Verbrauchern sowie zur Bekämpfung von Schwarzmärkten dürften Mitgliedstaaten die europarechtliche Dienstleistungsfreiheit beschränken. Daran ändere auch nichts, dass das generelle Online-Glücksspielverbot in Deutschland 2021 ersetzt wurde und Online-Glücksspiele seitdem mit behördlicher Genehmigung erlaubt sind. Die Spielerklagen seien darüber hinaus nach EU-Recht nicht rechtsmissbräuchlich. Die Teilnahme an den Spielen allein reiche nicht aus, um einen Missbrauch anzunehmen, so der EuGH. Dem unter anderem auf Glücksspielrecht spezialisierten Anwalt Thomas Dünchheim von Greenberg Traurig zufolge kommen nun Millionenrisiken für virtuelle Spieleveranstalter auf. Wer in diesen Tagen eine Orientierung in dem komplexen Geflecht aus nationalem Recht, europäischer Dienstleistungsfreiheit und einer beispiellosen Klagewelle sucht, stellt fest, dass fast alle wegweisenden Entscheidungen auf das Jahr 2026 vertagt wurden.
- Urteil des EuGH zum Glücksspielmonopol in Deutschland (2010)
- Prüfung der Verhältnismäßigkeit nationaler Beschränkungen
- Grundsatz der Dienstleistungsfreiheit innerhalb der EU
- Anforderungen an eine kohärente und systematische Glücksspielpolitik
In diesem unsicheren Umfeld werden verlässliche regulatorische Rahmenbedingungen für Betreiber, Juristen und politischen Entscheidungsträger wichtiger denn je, um die kommenden Verwerfungen strategisch einordnen zu können.
Das Urteil im Überblick
Damit hat er die Position der Spieler bei Klagen auf Rückerstattung ihrer erlittenen Verluste erheblich gestärkt. In der Rechtssache C-530/24 geht es um die Klage eines Spielers auf Erstattung seiner Verluste gegen den Wettanbieter Tipico. „Es ist zwar noch kein Urteil gesprochen, dennoch geben die Ausführungen des Generalanwalts den Spielern Anlass zur Hoffnung. Sie sind mehr als ein Fingerzeig, denn häufig folgen die Richter am EuGH dem Generalanwalt,“, sagt Rechtsanwalt Thomas Sittner, CLLB Rechtsanwälte. Dem Verfahren vor dem EuGH liegt eine Klage gegen den Sportwettenanbieter Tipico auf Rückzahlung der bei Online-Sportwetten erlittenen Verluste zugrunde.
Strafrechtliches Risiko
Der Kläger hatte zwischen 2013 und 2020 über die deutschsprachige Webseite von Tipico an Online-Sportwetten teilgenommen und dabei unterm Strich rund 4.000 Euro verloren. Den Verlust forderte er von Tipico zurück, da der Wettanbieter in diesem Zeitraum nicht über die in Deutschland erforderliche Lizenz verfügte und daher gegen das Verbot von Online-Glücksspielen verstoßen habe. Der BGH machte zwar deutlich, dass er den Rückzahlungsanspruch des Klägers für gerechtfertigt hält. Allerdings schaltete er den Europäischen Gerichtshof ein, damit dieser klärt, ob das deutsche Verbot von Online-Glücksspielen mit dem europäischen Grundsatz der Dienstleistungsfreiheit vereinbar ist, auch wenn das Vergabeverfahren zuvor unionsrechtswidrig durchgeführt worden war. EuGH-Generalanwalt Nicholas Emiliou machte in seinem Schlussantrag nun deutlich, dass der Anspruch des Spielers auf Rückzahlung seiner Verluste gerechtfertigt sein kann.
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