Lutry-Lavaux Volleyball 3:2 City Volley Basel NLB

Die Baustelle in La Conversion bebte, als die rivalisierenden Bautrupps von Lutry-Lavabo und City Volley Basel aufeinandertrafen. Von der ersten Sekunde an flog Zementstaub in der Luft. Jeder wusste: Dieses Bauprojekt würde kein gewöhnliches werden.

Dann ertönte die Sirene des Poliers.

Im ersten Bauabschnitt bezog Chef-Architekt Simonett eine übersichtliche Position am Reissbrett und begann, die schweren Maschinen der Basler zu orchestrieren. Mit präziser Statik hielten die Basler die gegnerischen Abrissbirnen auf Abstand. Betonmischer Pascal goss ein derart massives Fundament, dem die Heimmannschaft nichts entgegenzusetzen hatte. Unter dem Jubel der mitgereisten Bauherren stand das Erdgeschoss felsenfest (20:25)
Lutry 0 : 1 Basel

Doch die lokalen Bauunternehmer wussten sich zu wehren. Maurerangriff um Maurerangriff prasselte auf die Basler Wände ein, Bauabnahmen wurden verweigert, und so geriet der Zeitplan ins Wanken. In der zweiten und dritten Bauphase schlichen sich kleine Fehler in die baslerische Konstruktion ein (25:23, 25:20). Die gegnerischen Dachdecker nutzten die aufkommende Hektik geschickt aus und deckten das Basler Konstrukt gnadenlos ab.
Lutry 2 : 1 Basel

Dann kam der Moment, auf den alle gewartet hatten: Die Elektriker schalteten den Starkstrom ein.
Bauleiter Onno spielte sein letztes Ass aus und schickte seinen besten Kranführer Louis ins Gefecht. Mit wuchtiger Härte schlugen die neuen Stahlträger tief in die gegnerische Bauzone ein und durchbrachen die fremde Isolation mit Leichtigkeit. Die baslerischen Gipser glätteten jede Unebenheit aus, während der geladene Schweisser Eggi sämtliche gegnerischen Offensivkommandos abblockte. Der Ausgleich wurde eindrücklich zementiert (17:25).
Lutry 2 : 2 Basel

Die finale Abnahme stand an; das entscheidende Tie-Break. Es kam zu einem wilden Schlagabtausch auf dem obersten Gerüst. Die Basler Handwerker warfen nochmals jeden verfügbaren Backstein in die Waagschale, doch das Material wurde knapp. In der hitzigen Schlussabnahme fand die Lutry-Lavabo-Bauaufsicht schliesslich den einen, fatalen Haarriss im Fundament (15:13). Das ambitionierte Bauprojekt in der Ferne stürzte in sich zusammen.

von Gian Jäggin